Ja, ich bin in Verzug, aber die letzen Tage war das Handynetz so lahm, ich hätte wohl nicht einmal ein Foto hochladen können…
Also, wir standen ja an dem wunderschönen Fluss an der Wildernisroute. Mit uns stand dort ein älteres Ehepaar aus Heide mit einem Wohnwagen. Ich hab mich schon gefragt, wo sich die wohl waschen. An diesem Morgen durfte ich miterleben, wie sich der Mann (ein älterer Herr) mit dem Wasser aus dem Fluss an der Anhängerkupplung gewaschen hat, ich war schon ein wenig froh, dass er nur oben ohne war 😂.
Das Kassetten-WC ist dann noch kurzerhand in der Botanik entleert worden, an dem Stellplatz gab es weder ein WC noch eine Möglichkeit, Müll zu entsorgen. Den Müll müssen die beiden wohl mitgenommen haben, denn als sie losfuhren, lag dort nichts herum… solche Menschen schaffen es irgendwann, dass das „Frei stehen“ verboten wird.
Wie dem auch sei, auch wir fuhren los auf der Wildernisroute und hatten uns als erstes Ziel gesetzt, zu einem Wasserfall zu wandern. Angekommen an dem Parkplatz mussten wir feststellen, dass die zu wandernde Strecke einfach zu anstrengend für uns wäre… Hahaha, wir mussten lediglich aus dem Womo aussteigen und ca. 20 Meter zum Wasserfall gehen 😂😂😂

Der Wasserfall war toll, Mike hat kurz unsere Skye in den Himmel geschickt, es war aber sehr windig, deshalb hat er sie nicht lange fliegen lassen.
Also gut, dann wandern wir halt an dem nächsten Stop. Der war geplant am Stekenjokk-Plateau, 876 Meter über dem Meeresspiegel. Dort ist man schon sehr nah an der norwegischen Grenze und kann vielleicht sogar Rentiere sehen. Auf dem Plateau angekommen, haben wir das Womo geparkt, in Ruhe einen Kaffee getrunken und uns dann umgesehen. In der Zeit zwischen Juni und Juli darf man dort nur auf wenigen ausgeschilderten Wegen gehen, in der besagten Zeit ist Vogelbrutzeit. Also wieder keine lange Wanderung, aber tolles Wetter, mittelkalte Temperaturen und einen wahnsinnig tollen Ausblick



Es war irgendwie noch zu früh (14 h), um dort stehen zu bleiben und ganz ehrlich, mir war es da auch zu kalt 😂 und wir wollten ja auch noch wandern. Also verließen wir den Parkplatz auf dem Plateau und fuhren nichtsahnend die Straße entlang und entdeckten diese tollen Tiere



Die Rentiere standen und lagen einfach so links und rechts neben der Straße und waren auch eher unbeeindruckt, dass wir hielten, um Fotos zu machen. Ich bin ja schon vollkommen aus dem Häuschen, wenn ich in Deutschland mal ein Reh in freier Natur sehe, das hingegen war wirklich absolut der Hammer.
Wir fuhren die Wildernisroute weiter und kamen an einem Fluss an, direkt dahinter war ein kleiner Parkplatz mit einem Hinweisschild zur Korallengrotte. Mmmhhh, das hörte sich interessant an und was soll ich sagen, man erreicht diese Grotte (mit der Form einer Koralle) nach einer Wanderung von ca. 4 km. Hurrraaa, ab in die Wanderschuhe, ordentlich mit Autan eingesprüht und ab ging die Wanderung.
Wir kamen ziemlich schnell an einem Fluss vorbei

dann ging es auf zuerst zwei Holzbohlen durch eher morastiges Gebiet, dann irgendwann wurde aus den zwei Holzbohlen ein Holzbrett.

Die Bretter war teilweise schon etwas angerottet, umso gefährlicher war unser Weg über den reißenden Fluss…

Ok, klar hab ich ein wenig übertrieben… aber das Holz war an der Stelle wirklich morsch, wir haben es aber trockenen Fußes über das Rinnsal geschafft. Weiter des Weges… wir kamen noch an einem Bach vorbei, dann ging es schon ein wenig bergauf und es wurde uns warm ums Herz oder eher warm unter der Jacke 😂. Dann nach vier wirklich langen, anstrengenden und abenteuerlichen Kilometern erreichten wir unser Ziel. Die Korallengrotte lag vor uns…

Mike wollte die Grotte kurz erkunden und ging die Holztreppe hinunter

Da er keine Gummistiefel anhatte, entschied er auf den letzten Stufen, lieber nicht in den Matsch zu steigen, er sagte aber, dass sich die Umgebungstemperatur auf den Stufen hinab auch deutlich nach unten angepasst habe. Man kann wohl geführte Touren durch die Grotte buchen, das muss allerdings vorab erfolgen, da sitzt ja nicht den lieben langen Tag jemand und wartet drauf, dass Touristen kommen und spontan so eine Tour antreten… ich überlege gerade, ob man dann in bar zahlen müsste oder ob der- oder diejenige ein Kartenlesegerät dabei hätte… nicht so wichtig, denn es war da außer uns niemand. Also setzen wir uns kurzerhand an den dort aufgestellten Picknickplatz, tranken Wasser, ich kaute auf einem trockenen Energy-Riegel und Mike versuchte sich an trocken eingelegtem Wagyu-Fleisch (bei Lidl in Deutschland gekauft..). Das Fleisch war so „lala“, nicht unbedingt als lecker zu bezeichnen… fand ich jedenfalls, wenngleich mein Energy-Riegel auch nicht der riesige Gaumenschmaus war – der Hunger oder Appetit trieb es rein.
Dann machten wir uns auf den Rückweg, der ganz klar viel schneller zu bewältigen war, als der Hinweg. Wenngleich ich als „tapsy Turtle“ auch hier ganz fürchterlich aufpassen musste, um nicht neben die Holzbohlen zu treten. Auch ich habe den Rückweg trockenen Fußes hinter mich gebracht, wir bestiegen das Womo und fuhren die Wildernisroute weiter entlang. Es dauerte nicht lange, da fanden wir einen kleinen Platz für unser Womo direkt an einem See, dort stand mit uns ein Camper mit Hamburger Kennzeichen. Die beiden Frauen schauten allerdings nicht so fürchterlich freundlich drein, also blieb es bei einem Moin zur Begrüßung. Mike baute draußen den Grill auf und ich deckte drinnen den Tisch, als ich Mike ganz aufgeregt rufen hörte. Ich war leider nicht schnell genug, denn er wurde Zeuge, die eine Elch-Familie ein Stück entfernt aus dem See stieg und im Wald verschwand. Leider lag sein Handy im Womo, deshalb gibt es von diesem Spektakel leider keine Fotos…
Hier ein paar Fotos vom Stellplatz und von der Aussicht an dem Abend


Ein genialer Tag mit tollen Ereignissen ging bei strahlendem Sonnenschein und der einen oder anderen Runde Tridom zu Ende.
