Wie so oft lautete unser Motto: Frühstück ist überbewertet… Mike hat mir einen Kaffee gekocht und wir sind los auf die Autobahn in Österreich. In Bayern haben wir auf einer Raststätte angehalten und haben uns dort Brötchen mit Leberkäse und Laugenbrezel gekauft. Klar war der Leberkäse warm, aber die Laugenbrezel waren es auch… warum bekommt das bloß niemand hier in Hamburg hin, frische und warme Laugenbrezel zu verkaufen ???
Die Brötchen haben wir in der Sonne auf den Rastplatz an der Autobahn genossen. Dann hörten wir jemanden rufen – fast schreien… „halt sofort an, ich will aussteigen“… wir schauten uns um und sahen einen BMW Geländewagen, bei dem die hintere Tür auf der Beifahrerseite aufstand und eine Frau heraushing… nachweislich wollte sie aussteigen – nur das Auto fuhr noch. Dann wurde es langsamer und bevor es stoppen konnte, sprang die Frau heraus und rannte weg. Das Auto (am Steuer saß ein Mann und auf dem Beifahrersitz ein junges Mädchen) fuhr langsam weiter. Die Frau ging zu einem Sitzplatz, fing an zu weinen und zündete sich eine Zigarette an. Mike und ich hatten die Brötchen aufgegessen und machten uns auf den Weg zum Womo und ich sagte noch zu ihm, der BMW wartet bestimmt weiter hinten auf dem Rastplatz… doch Pustekuchen. Die müssen sich so gestritten haben, dass der Mann einfach weitergefahren ist und die Frau vielleicht heute noch an der Autobahn-Raststätte sitzt… wow, es ist schon ein wenig erschreckend, wie sich Menschen streiten können.
Von Bayern aus ging es weiter auf der A 9, ich suchte derweil nach passenden Plätzen für eine Übernachtung und fand auch einen nahe Hipoltstein direkt am Main-Donau-Kanal. Schiffe gucken ist ja eh unsere Passion, also nichts wie hin da. Dort angekommen schauten wir, wo wir uns denn hinstellen wollten, dort standen erst vier Wohnmobile. Dann kamen wir an ein Schild auf dem stand, dass der Stellplatz in der Zeit ab dem 20. Juni 2022 wegen Aufbau der Start/Landezone des Triathlons gesperrt sei. Nun ja, ob die anderen Womo-Besitzer nicht lesen konnten oder es gekonnt ignoriert haben, lassen wir mal dahin gestellt sein. Wir sind lieber weiter gefahren. Also zurück zur Autobahn und weiter nach Pottenstein. Dort gibt es einen Bauernhof, der Bauer hat auf seinem Gelände 8 Stellplätze für Wohnmobile hergerichtet. Große Plätze mit Kiesuntergrund, Stromanschlüssen und sogar mit Ver-/und Entsorgungsstation. Besonders interessant fanden wir, dass er auch ein Brotzeitstüble hat, wo er frische Aufschnitt- und Käseplatten und diverse Getränke zum Verzehr anbietet. Also haben wir uns dort hingestellt und brav angemeldet. Wir wurden sehr gastfreundlich empfangen und fragten nach, ob es noch Essen gäbe. Der Betreiber sagte „klar, was wollt’s denn haben ?“ und wir bestellten zwei gemischte Platten und einheimisches (fränkisches) Bier.


Für diese Platte nimmt der Betreiber doch ernsthaft nur EUR 8,-, ansich für die Auswahl und die Menge an Essen eigentlich zu wenig. Wie dem auch sei, wir aßen in Ruhe, tranken das Bier und unterhielten uns mit dem Betreiber / Bauern über alles mögliche wie Spritpreise (der Traktor verbraucht in einer Stunde 30 Liter Diesel). Dann hat er uns noch erzählt, dass es lange nicht geregnet habe und dass der Mais als auch die Kirschen für diese Jahreszeit viel zu klein seien und dass er auf Regen hoffe. Wir verabschiedeten uns dann nach einer Weile und gingen zurück zum Womo. Dort dachte ich darüber nach, wie sehr der Bauer den Regen braucht für seine Felder und wie wenig ich Regen brauche, weil ich Sonne lieber mag. Dennoch habe ich abends gehofft, dass es nachts regnen würde – das hätte zwar sicherlich nicht ausgereicht, um die Ernte zu retten und dennoch hab ich es gehofft. Doch der erhoffte Regen kam nicht. Wir haben die Nacht sehr gut geschlafen, es war unglaublich ruhig dort.
