Wir sind bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht, Mike ist schnell in die Klamotten gesprungen und hat uns einen leckeren Kaffee Crema gezapft (die Maschine als auch Wasser, Süßigkeiten und der Prosecco als auch Wein) stehen den Gästen der Kabinen im 11. Stock kostenlos zur Verfügung. Also haben wir erstmal einen sehr leckeren Kaffee genossen, hatten allerdings mal so gar keinen Hunger und haben uns dann entschieden, das Frühstück ausfallen zu lassen. Der Morgen fing entspannt an, gegen 8.30 Uhr passierten wir die ersten Schiffe, die vor dem Hafen von Göteborg vor Anker lagen. Dann gegen 9 Uhr haben wir die Kabine verlassen und uns auf den Weg zum Womo gemacht. Man kann allerdings erst auf die Autodecks, wenn das Schiff angelegt hat, also warteten wir geduldig (mit Maske) im Treppenhaus mit einigen anderen Leuten (ohne Maske) darauf, dass sich die Türen zum Autodeck öffnen. Dies passierte dann, wir gingen zu Hupi, Mike schloss mir die Tür auf und ich verstaute schnell den Rucksack, entfernte unseren Einbruchschutz im Fahrerhaus, während Mike schon das im Duty Free erstandene Bier in unserer Kühltasche in der Garage verstaute. Ich schaltete unsere Navi an, steckte sie an die Halterung und fand mich gut, dass ich schon soweit alles zur Abfahrt vorbereitet hatte. Mike kam rein, setzte sich und schon ging es für uns schon raus aus der Fähre. Dann im Hafen wurden wir von einer Zollbeamtin angehalten, die uns fragte, ob wir etwas zu verzollen hätten. Wir verneinten dieses, da anders als in Norwegen – Alkohol in normalen Mengen – nicht verzollt werden muss. Dann wurden wir gefragt, ob wir Haustiere an Bord hätten, auch das verneinten wir. Dann hat Mike von der netten Zollbeamtin sogleich ein Souvenir geschenkt bekommen. Wie lieb, oder ? Seht selbst

Na gut, das Souvenier hat er erst erhalten, nachdem der Alkoholtest, den die Beamtin gemacht hatte, negativ war. Uns wurde ein toller Aufenthalt in Schweden gewünscht und wir konnten weiterfahren. Uns sollte unser Weg erstmal nach Amal führen (dort hatten wir letztes Jahr so unvergleichlich tolles Sushi gekauft) und wir hofften, dass der Sushi-Waggon auch in diesem Jahr wieder da ist. Auf dem Weg nach Amal wurde der Bildschirm unserer Navi irgendwie dunkler und Mike konnte auch manuell die Helligkeit nicht einstellen. Ich als Technik-Profi fragte ihn dann, ob es irgendwie daran liegen könne, dass die Navi nicht genug Strom bekam. Mike prüfte das und was soll ich sagen ??? Die Navi hatte gar keinen Strom, weil ich Heldin sie zwar angeschaltet und in die Halterung gesteckt, jedoch vollkommen ignoriert hatte, die Navi auch mit dem STROMKABEL zu verbinden. Ich bin ein Profi, oder ?
Wir kamen also voller Hoffnung in Amal an und was soll ich sagen ? Der Sushi-Waggon war weg ;-((( Also haben wir Hupi geparkt, über die App „Exit“ die nächsten Supermärkte aufgerufen und sind dann zu Fuß zum Coop gegangen. Dort angekommen, haben wir belegte Sandwiches als auch ein frisch gegrilltes Huhn (hab ich schon erzählt, dass Huhn auf schwedisch „Kükkelen“ heißt???), frischen Salat, Dressing und Brot erstanden. Es sollte dann abends einen frischen Salat mit Huhn geben. Nach dem Einkauf ging es für uns weiter in den Norden Schwedens – unser Plan ist es, die Wildernisroute noch einmal zu fahren und dann ganz enstpannt in Richtung Meer und da einfach mal schauen, wo es uns gefällt. Über die App „Park4Night“ haben wir einen genialen Platz an einem See gefunden. Den haben wir also angesteuert. Auf der Fahrt haben wir nicht nur gefühlt hundert Blitzer passiert, wir haben auch einen Fuchs, diverse Greifvögel, Pferde, Kühe und Schafe gesehen. Elche und Rentiere stehen noch aus.
Das Wetter wechselte sich ab, es gab strahlenden Sonnenschein, Regen, dicke dunkle Wolken mit teils blauem Himmel und wunderschönen Regenbögen (ich hab zwei erblicken dürfe) und letztlich hat sich die Sonne durchgesetzt.
Der Platz liegt in der Nähe von Mora. Wir haben ihn gleich gefunden und haben beschlossen, dort eine Nacht zu stehen. Hier ein paar Eindrücke




Als wir zu dem Steg liefen, vernahm ich ein Geräusch, welches ich nicht einordnen konnte. Also blieb ich stehen und schaute in die Bäume vor mir. Und was soll ich sagen, ich erblickte einen Specht, der drauf und dran war, sich eine handfeste Gehirnerschütterung zu holen, so wie er mit seinem Schnabel auf den armen Baum eindrosch. Mike stellte sich neben mich und ich sagte nur: das muss doch weh tun, oder? Der Specht bearbeitete den Baumstamm unbeeindruckt weiter, irgendwann schreckte er auf und flog weg.
Scherzhaft meinte ich, dass ich morgen bestimmt in den See zum Baden gehen würde… hahaha… ich Frostködel… sicher. Die Sonne ging langsam unter und es wurde etwas schattig um die Knöchel, also gingen wir zurück zum Womo, duschten und machten dann unser Abendessen.

Die Sonne verschwand komplett und es war draußen stockfinster und dennoch haben wir im Übrigen nicht eine einzige Mücke erlegen müssen 😉
Irgendwann überkam uns die Müdigkeit und wir krochen in die „Koje“. Von dort aus haben wir noch ein wenig den unfassbar schönen Sternenhimmel bewundert und sind dann ab in das Land der Träume.
