29. September 2023

Wir stellten uns früh den Wecker, um natürlich festzustellen, dass der freundliche Herr inkl. des Busses noch direkt vor uns standen und wir somit nirgendwohin fahren können. Nun ja, also machten wir noch ein paar Minuten die Augen zu, bis wir hörten, dass die sich abfahrbereit machen. Dann schnappte ich mir Nala für eine kurze Hunderunde und Mike kochte uns einen Kaffee für die Fahrt. Unser heutiges Ziel waren: BERGE… nun ja, das sollte in Österreich nicht allzu schwer werden. Mike hatte ein passendes Ziel in Hinterstoder in den Kalkalpen gefunden. Auf dem Weg dorthin kauften wir noch Semmeln mit Leberkäse (bei Spar, weil es dort viel günstiger ist, als an Tank- oder Rastplätzen – lieben Dank für den Tipp an den künftigen Ehemann im Hause Weingut Grill). In Hinterstoder gibt es einen Gasthof, wo man nicht nur gut essen kann, man darf dort auch eine Nacht mit dem Womo stehen und kann von dort aus ein paar Wanderrouten gehen.

Angekommen am Almgasthaus Baumschlagerreith haben wir Hupi geparkt, dann gefragt, wie lange das Gasthaus geöffnet hat (bis 18 Uhr) und uns dann entschieden, eine Runde wandern zu gehen. Mike hat eine Route über Komoot rausgesucht und was soll ich sagen – raus aus den Turnschuhen, rein in die Wanderschuhe, Wasser für uns und Nala in den Rucksack gepackt und dann ging es los.

das ist doch ein wunderschöner Ausblick, oder

Klar geht es in den Bergen beim Wandern auch „bergauf“, dabei hab ich mal wieder gefühlt, wie unsportlich ich geworden bin, dennoch gab es kein Aufgeben. Nala ging voran (kein Wunder, die ist von uns dreien wohl die fitteste) und es ging durch den Wald weiter hinauf, die Sonne gab ihr Bestes

und wer uns kennt, weiß, was jetzt kommt…. wir sind nur ein absolutes „Mini-Mü“ vom Weg abgekommen und standen vor einem trockenen Flussbett, gefüllt mit abertausenden von Steinen – soweit das Auge reicht. Und ganz klar ging es weiter bergauf… Nala nutzte unsere Wasserpause, um sich genüsslich in einer Kuhle mit Moos und was auch immer, zu suhlen… während ich versuchte, mich einfach weiter auf den Weg (im Übrigen immer noch bergauf) zu konzentrieren… die Steine waren mal gut zu begehen, mal war es ziemlich rutschig oder die Steine entschieden sich, mal eben einen Abgang zu machen – während wir dort wanderten.

Dann waren wir plötzlich wieder sehr nah an der Wanderroute und fanden den Weg wieder. Unser Ziel sollte ein kleine Berghütte sein – romantisch stellten wir uns vor, dass man dort verweilen und etwas trinken kann. An der Hütte angekommen, sollten wir jedoch feststellen, dass die geschlossen war…

Ok, es gab für uns drei also Wasser aus dem Rucksack und wir machten uns auf den Heimweg, schließlich wollten wir noch rechtzeitig am Almgasthaus ankommen, um dort zu essen. Auf dem Weg den Berg runter, stellte ich (mal wieder) fest, dass meine Wanderschuhe nicht eng genug geschnürt waren. Also kurz stoppen und Abhilfe schaffen. Mike hatte einen Stein im Schuh und wir fanden am Weg etwas, das wie eine alte, verfallene Bank aus Holz aussah. Mike setzte sich hin und nicht einmal eine Sekunde später sprang er auf, weil er sich – ohne es vorher gesehen zu haben – direkt neben ein seeehr großes Wespennest gesetzt hatte. Ok, nun setzte sogar ich ich sehr schnell in Gang, um den nicht so freundlich gesonnenen Wespen zu entkommen. Ein Stück weiter wurde der ungebetene Gast (der Stein) aus Mike’s Schuh entfernt.

Wir kamen so rechtzeitig am Womo an, dass wir noch duschen konnten und uns dann draußen im Sonnenschein am Almgasthaus einen Platz auszusuchen. Neben dem Parkplatz des Gasthauses sind Wiesen und auch ein Gehege für eine Gruppe Rehe mit einem stattlichen Hirsch. Ich war echt überrascht, wie extrem laut der vor sich hinröhren kann. Was für eine Geräuschkulisse. Wir bestellten Rindergulasch mit Knödeln – alles hausgemacht und sowas von lecker

Dazu gab es ein Bier und danach gab es noch unfassbar leckere Nachspeisen.

Nach dem leckeren Essen bezahlten wir, sahen uns noch aus entsprechender Entfernung das Wildgehege und die Tiere an und gingen dann zurück zum Womo, um dort ausgiebig eine Runde zu quatschen. Dann ging es für uns für eine geruhsame Nacht in die Koje.

Pustekuchen – von wegen geruhsam. Neben uns parkten ein Pärchen und schlief auf einer Matratze hinten im Kombi. Jedes Mal, wenn die in den Wald austreten mussten, hat Nala angeschlagen. Und die beiden hatten eine echt schlecht trainierte Blase. Dann irgendwann wurden wir wach, weil etwas (ich vermute ja, es war ein Tyrannosaurus oder etwas anderes in der Größe) direkt neben unserem Womo vor sich hin brüllte… ich wartete nur darauf, dass er mit der Schnauze unser Womo anstößt und dann wäre es wohl unausweichlich zu einem Kampf gekommen. Dieses echt laute und üble Geräusch hat Nala nicht mit Bellen kommentiert, als ob sie wüsste, das Ding da draußen ist größer als ich – ich bin mal lieber ganz leise… und somit kam es auch zu keinem Kampf bzw. Showdown auf einem Parkplatz am Hinterstoder. Dennoch gesellte sich nach dem Verschwinden des Tyrannosaurus noch ein Rudel Wölfe zu uns (ok, ich vermute, es waren Wölfe) und heulten so vor sich hin. Nicht wirklich geruhsam diese Nacht, aber mehr als spannend.

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