Archiv des Autors: Frauke Mellies

27.09.2020

Der Morgen auf dem Pferdegestüt war toll, ich konnte endlich eine Pferdeschnauze kraulen und dazu noch eine kleine Katze streicheln… Frau glücklich

Dann ging es für uns weiter. Wir hatten entschieden, dass 7 Grad Celsius auch bei Sonnenschein ein wenig zu schattig sind. Also haben wir uns auf den Weg in den Harz gemacht. Auch hier hatten wir den einen oder anderen Stellplatz angefahren, entweder passte er uns nicht oder war einfach unauffindbar… gegen 21 h sind wir in Nordhausen im Harz umher geirrt und der eine Stellplatz war voll mit LKW‘s , der andere war voll mit PKW‘s oder kleinen Camperbussen…. vollkommen verzweifelt hielten wir bei einem chinesischen Restaurant und wollte uns da was zu dessen raus holen und dann weitersuchen 🥴😳

Mike sagte, ich solle doch einfach ganz lieb fragen, ob wir uns bei dem Restaurant auf den Parkplatz stellen dürften, wir würden auch ganz früh morgens aufbrechen und alles sauber hinterlassen. Was soll ich sagen, wir durften dort stehen. Haben dann schnell geduscht und dabei dann noch das leckere Essen genossen (ja, eigentlich isst man so spät abends nicht mehr), aber wir hatten Hunger und den ganzen Tag nichts gegessen…

Dann schnell in die Koje, der Wecker klingelte um sechs Uhr morgens…

26.09.2020

Wir sind auch an diesem Morgen relativ früh hoch, haben uns Kaffee für die Fahrt gekocht, unterwegs beim Bäcker belegte Brötchen für die Fahrt gekauft und dann führte uns der Weg am Bodensee vorbei. Hui, ich hätte nicht gedacht, dass der so riesig ist.

Der Bodensee

Die Stellplätze am Bodensee sind nicht nur sehr kostengünstig (ca. €40,- für eine Nacht und manchmal auch mit einer Mindest-Stelldauer von drei Tagen)… nein, die Stellplätze ähnelten eher Sardinenbüchsen… die Womo‘s standen so dicht, dass man sich bei geöffneten Fenstern ohne Probleme die Hand schütteln konnte… das ist mal gar nicht unseres…

Unser Weg sollte uns nach Irsee in den Ostallgäu und zu der dortigen Klosterbrauerei nebst Restaurant führen. Dort angekommen parkten wir direkt gegenüber der Brauerei. Ganz bestimmt kein schöner Stellplatz, halt ein einfacher Parkplatz, aber wir wollten gern die Brauerei besichtigen und dann abends dort essen. Gegen 14.45 h rief ich in dem Restaurant an und wollte gern einen Tisch für zwei Personen reservieren… der freundliche Mann am Telefon sagte, dass das Restaurant bereits vollkommen ausgebucht sei und es den ganzen Nachmittag und / oder Abend leider keinen freien Tisch mehr gäbe…. ich war sprachlos und auch ein wenig „angegriffen“, denn laut seiner Aussage sei auch das dazugehörige Hotel vollkommen ausgebucht. Interessanterweise war der Parkplatz jedoch vollkommen leer… die Gäste sind bestimmt alle mit der Bahn oder dem Fahrrad gekommen…

Ok, die wollten uns wohl oder übel nicht bewirten, also suchten wir nach einem anderen Platz. Das war nur leider nicht so einfach, denn erstaunlicherweise hat man keinesfalls in Deutschland ein flächendeckendes Mobilfunknetz…

Ok, wir fuhren die zweite Brauerei an, irgendwo im Allgäu, die hatte zwar geöffnet, nur leider keinen Parkplatz, der groß genug für unser Womo war…

Also ging es weiter und weiter… wir fanden einen Bauernhof auf einem Berg im Allgäu, hier hätten wir auf Rasen stehen müssen und da es den ganzen Tag regnete, hätten wir uns da festgefahren. Also ging es weiter, nun hatten wir ein Pferdegestüt in Illertissen im Allgäu rausgesucht und was soll ich sagen, dort durften wir stehen, es gab sogar im Ort ein Brauhaus mit Gaststube, dort haben wir angerufen und gefragt, ob wir dort essen könnten und uns wurde geantwortet, dass sie sich auf uns freuen.

Schnell umgezogen und ab ins Schloss-Bräuhaus. Dort angekommen bestellten wir ein Bier, Mike den Rinderbraten mit Spätzle und ich einen veganen Gemüseteller (ich wollte auch mal mitreden können bei dem veganen Essen und kann Euch sagen, dass man sich das hätte gut und gern sparen können 😂😂😂)

😂😂😂 welch Fehlentscheidung 😂😂😂

Nach dem Essen ging es bei freundlichen 3,5 Grad Außentemperatur zurück zum Womo, es gab noch einen Glühwein zum innerlichen Aufwärmen und dann ging es ab ins Bett.

25.09.2020

Wir sind morgens bei leichtem Regen in Gutach gestartet. Unser Ziel war Radolfzell am Bodensee, dort gibt es eine Thermen- und Saunalandschaft, mit Stellplatz für Womo‘s direkt nebenan. Gegen 10.30 h sind wir dort angekommen, als Frühstück gab es Laugenbrezel auf die Hand.

An der Therme angekommen, haben wir schnell eine Tasche mit Duschutensilien, Handtüchern und Badelatschen gepackt und kurz danach standen wir schon am Eingang der Bora-Sauna am Bodensee. Schnell den Eintritt bezahlt, Bademäntel und Saunatücher ausgeliehen und das Wohlfühl-Programm gestartet. Die Corona-Regeln wurden hier gut umgesetzt, es gab an jeder Sauna, am Schwimmbad und an dem japanischen Onsen-Bad eine Höchstanzahl der Besucher und die Leute haben sich echt gut dran gehalten. Wir haben ein paar Gänge Sauna gemacht, waren schwimmen, saßen in dem muckelig-warmen Onsenbad und haben einfach die Seele baumeln lassen. Ich habe ziemlich mutig gesagt, dass ich im Bodensee schwimmen gehe, habe es mir jedoch bei 15 Grad Wassertemperatur doch geklemmt … na ja, Mike und ich waren immerhin mit den Füßen im Bodensee und das war eine Premiere für uns 😊.

Abends haben wir Brotzeit im Womo gemacht und dann ging es ab in die Koje.

23. und 24.09.2020

Es hat uns zwei Tage an ein und denselben Ort verschlagen… unfassbar, aber wahr 😉

Wir standen beim Landgasthof Engel in Gutach mit Blick auf grüne Wiesen, Ziegen und Kühe.

Direkt nebenan ist ein Minigolfplatz, auf einigen der Bahnen kann / muss man mit einem Fußball spielen.. sieht echt lustig aus. Eigentlich wollten wir das mal ausprobieren, doch meine Hüften sind nicht wirklich ausgelegt für spontane Wanderungen, die 15 km lang sind… ich weiß, ich bin schon alt, dennoch musste ich ein wenig meine Wunden lecken 😂

Also haben wir es am 23.09. eher ruhig angehen lassen, wir waren ein wenig spazieren und sind dann abends in den Gasthof eingekehrt… es gab Wildragout mit Spätzle und Preiselbeersauce… hmmmmmmm, das war mal mächtig lecker

Dazu gab es ein Ketterer-Bier… deren Slogan lautet: Ketterer sind netterer 👍

Am nächsten Morgen haben wir ganz in Ruhe gefrühstückt und haben uns dann entschieden, zu Fuß (warum hatten wir die Fahrräder dabei???) in den Park für alle Sinne zu gehen. Der sollte nur 2,5 km entfernt sein. Also, Turnschuhe an und bei strahlendem Sonnenschein ab in den Park.. wir liefen und liefen und kamen an einigen wunderschönen Häusern vorbei, an einem Pferdehof… leider waren die Pferde zu weit weg, um Schnauzen zu kraulen… 🥴 und weiter ging es.

So nach ca. 3,5 km Strecke kamen wir am Park für alle Sinne an, zahlten den Eintritt und erhielten einen Schlüssel für ein Schließfach, wo wir unsere Schuhe einschließen konnten.

Ich bin nicht mal sicher, wann ich das letzte Mal barfuß über eine Wiese gelaufen bin, aber über Steine, durch einen Wald, durch Matsch und Tannenzapfen, Rindenmulch und ähnliches… ganz sicher noch nie… der Rundgang durch den Park dauert ca. 1 Stunde und 15 Minuten, der Weg ist ca. 2 km lang.

Es war mehr als faszinierend, die unterschiedlichen Untergründe mit total unterschiedlichen Temperaturen unter den Füßen zu spüren. Zudem waren auf dem Weg noch kleine Holzhäuser, in denen man mit Entspannungsmusik und tollen Gerüchen empfangen wurde.

Alles war soweit gut, bis auf die kleinen, niedlichen Hornissen, die da ab und zu rumflogen… eine davon hatte es sich direkt an dem Anfang des Matsch-Pfades gemütlich gemacht und war eher semi-begeistert darüber, dass wir – als auch andere Besucher – da längs wollten… hui, ich hatte echt Schiss, das sind von der Größe her eher schon Flug-Dinosaurier 😳. Wie dem auch sei, wir haben es an der Türsteher-Hornisse vorbei geschafft und weiter ging es über Stock und Stein. Hier mal ein paar Fotos der unterschiedlichen Wege

Wir haben den Rundgang ohne Blessuren überstanden und auch die Zecken und Hornissen haben uns in Ruhe gelassen. Am Ende des Rundgangs konnten wir unsere Füße waschen und dann ging es bei strahlendem Sonnenschein zurück zum Womo. Geplant war, dass wir abends grillen und was soll ich sagen, wir kamen am Stellplatz an und es zog sich der Himmel schon zu… eine Stunde später hat es angefangen zu regnen und hörte auch nicht mehr auf… Also wurde aus dem Grillen ein „wir stellen das Fleisch im Womo in den Backofen / Grill“ . Es war schon irgendwann durch das Fleisch, aber lange nicht so lecker, als wenn wir es gegrillt hätten.

Die Nacht war nicht nur regnerisch, es stürmte auch und wir schliefen eher unruhig…

Nachtrag zum 22.09.2020

Hatte ich eigentlich erwähnt , dass hinter dem Parkplatz / Stellplatz für die Wanderung ein altes, etwas sehr verwahrlostes Haus steht? Ich hab Mike gefragt, ob er glaubt, dass da jemand wohnt … und er verneinte… dann, als es gestern anfing zu dämmern, kam ein Mann, er sah irgendwie aus wie ein Waldschrat oder ähnliches, mit humpelnden Schritten den Parkplatz entlang und ich beobachtete ihn naturgemäß – halt Sherlock Holmes-mäßig und was soll ich sagen, er bog zu diesem gruseligen Haus ab und verschwand dort…

Dann – ein wenig später – kam wieder ein Mensch (erst beim näher kommen, war ein Mann zu erkennen), mit einem Hackenporsche und einer Katze im Schlepptau den Parkplatz hinunter und auch dieser Mensch verschwand in dem baufälligen Haus. Mike machte sich über mich lustig, die kommen heute Nacht und wir verschwinden einfach auf unerklärliche Weise… und so ähnlich…. dann wurde es dunkel und es erklang ein komisches Geräusch… es hörte sich an wie eine Kreissäge … und meine Phantasie ging vollends mit mir durch… wer weiß, was da gesägt wird???… sind hier Menschen spurlos verschwunden???

Ich hatte echt Schiss…. irgendwann wurde es ruhig und ich kann Euch sagen, ich hab verdammt unruhig geschlafen 😳😳😳

Auf dem Foto sieht das Haus nicht ganz so gruselig aus, das war es aber

22.09.2020

Früh morgens sind wir in Albersweiler aufgebrochen, unser Ziel war Bühl im Schwarzwald. Dort haben wir einen Parkplatz gefunden, von dort aus man diverse unterschiedlich lange Wanderungen durch den Schwarzwald unternehmen kann.

Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass wir wieder (wie in Cochem) in einem absoluten Funkloch steckten. Für Mike ist das dann eher Erholung (es bimmelt nicht ständig das Handy), für mich ist es immer wieder unbegreiflich…

Wie dem auch sei, wir stärkten uns mit einem späten Frühstück und dann zogen wir unsere neuen Wanderschuhe an, packten Wasser und Skye (unsere Drohne) ein und dann wanderten wir mal drauf los. An den Wanderstrecken waren auch kleine Gasthöfe – unser Plan war es, ein wenig zu wandern und dann was leckeres Schwarzwald-Typisches zu snacken und vielleicht noch ein frisch gezapftes Bier zu trinken. Nach dem ersten Kilometer kam das erste Gasthaus und wir sagten uns, dass wir erstmal ein wenig weiter wandern und uns die Auszeit erarbeiten wollten… gesagt, getan, wir wanderten…

Seid froh, dass es zu diesem Bild keinen Ton gibt, ich hab geschnauft wie eine Dampflok 😂

Unser Etappen-Ziel war die Badener Höhe und nach einiger Anstrengung sind wir dort auch angekommen.

Der Blick vom Turm aus
Mike ist bis nach ganz oben geklettert, die letzte Wendeltreppe hab ich mir geklemmt…

Bis nach ganz oben sind es 170 Stufen… ich hab bei Stufe 148 gewartet, ich hab es nicht so mit offener Höhe und die Metall-Wendeltreppe sah auch nicht so wirklich vertrauenserweckend aus. Mike ist dort hoch und war echt begeistert von dem Ausblick

Wir haben am Turm eine kleine Pause gemacht und sind dann weiter, wir wollten dann weiter zur Schwarzentalbachsperre… also wanderten wir weiter und weiter und weiter… und jedes Mal, wenn der Weg sich gabelte, ging unser Weg bergauf – na gut, nicht wirklich jedes Mal, die Badener Höhe mit dem Turm war dort wohl der höchste Punkt.

Also, wir wanderten und wanderten und kamen irgendwann in die Nähe der Schwarzbachtalsperre… wir sahen Wasser 👍

und da es schon etwas später war, dachten wir uns, den Rückweg zum Womo anzutreten und dann zünftig in einem Gutshaus essen zu gehen.

Nach ca. 14 Kilometern kamen wir an einem zauberhaften kleinen See vorbei und fragten uns, warum wir nicht einfach andersrum gegangen sind… vielleicht wären wir einfach an dem See geblieben und hätten eine Runde gechillt???

Nach satten 15 Kilometern Wandern kamen wir wieder am Womo an. Das kleine Gasthaus auf dem Wanderweg hatte natürlich schon geschlossen. Wir suchten sehr ergebnislos ein geöffnetes Restaurant. Da oben war wirklich nichts außer dem Wald und dem Parkplatz, also hat Mike den Grill angeworfen, ich hab schnell einen mediterranen Nudelsalat gezaubert, wir haben geduscht und dann gegessen. Danach sind wir komplett kaputt und müde in die Alkove gekrochen.

Fazit der Wanderung: vielleicht war die Strecke für unsere erste Wanderung doch etwas zu lang und dennoch war die Natur unbeschreiblich schön 😊