Wir sind aufgestanden und haben uns direkt auf den Weg nach Golling an der Salzach gemacht. Frühstück ist überbewertet. Dort in Golling gibt es die Therme Aqua Salza, dort wollten wir den Tag genießen. Großartigerweise hat die Therme 15 ausgewiesene Stellplätze für Wohnmobile, dort haben wir uns also platziert, ich hab uns in der Therme mit Hupi für eine Übernachtung auf dem Stellplatz angemeldet.


Also ab in die Therme, dort das Gold-Paket gebucht (Eintritt inkl. Bademantel, Sauna-Laken und Duschtuch), schnell umgezogen und ab in das Schwimmbad. Dort hat Mike schnell gemerkt, dass es eine Wasserrutsche gibt, die er dann mehrfach herunter gesaust ist. Wasserrutschen und ich sind einfach keine Freunde, ich hab mir das eher geklemmt. Wie dem auch sei, Mike hatte seinen Spaß. Dann allerdings meldete sich irgendwie wieder unser Magen und wir gingen in das Restaurant, welches über dem Schwimmbad liegt. Dort hingen einige „Menü’s“ an der Wand, wir suchten uns also das Baba Schnitzel aus, Mike bestellte es bei der netten Bedienung und die sagte zu uns: Ihr wisst schon, dass es auch Essen für Erwachsene gibt ? Die Baba-Gerichte sind für die Kinder…. ok, also haben wir uns eine Speisekarte geben lassen und haben uns dann nach langem Hin und Her für Penne Arrabiata entschieden. Lasst es Euch gesagt sein, wenn man nicht gefrühstückt hat, ist das nicht unbedingt die beste Wahl. Mein Magen fand es eher nicht so gut, so scharfes Essen serviert zu bekommen. Wie dem auch sei, nach dem Essen sind wir dann in den textil-freien Bereich übergesiedelt, um dort festzustellen, dass es dort ganz klar auch ein Restaurant gibt und die hatten eine noch größere Auswahl an Speisen und Getränken. Da wir ja mehr oder weniger gesättigt waren, haben wir uns den riesigen Wellness- und Sauna-Bereich mit Kneipp-Becken, Tauch-Becken und textilfreiem Schwimmbad als auch gefühlt hundert Saunen angeschaut. Die eine oder andere Sauna haben wir auch ausprobiert, mussten jedoch feststellen, dass wir nicht mehr im Training sind und Sauna bei Außentemperaturen von ca. 32 Grad Celsius doch echt anstrengend sein kann. Also haben wir uns im Pool abgekühlt und haben uns dann auf der Sonnenterrasse des Restaurants (im übrigen mit Bademänteln bekleidet) eine Brezel gegönnt. Ich kann Euch sagen, die Österreicher als auch die Bayern können wirklich gute Brezeln machen 😉
Gegen 19 Uhr sind wir dann geduscht raus aus der Therme, haben uns im Womo umgezogen und wollten dann im Ort was essen gehen. Das eine oder andere Restaurant haben wir auch gefunden, waren jedoch für ein Sterne-Restaurant eher unpassend gekleidet (Shorts und Badelatschen), also entschieden wir uns für diese Lokalität

Was soll ich sagen, die Besitzerin war nicht unbedingt freundlich, als wir drinnen gefragt haben, ob die noch einen Tisch für 2 Personen frei hätten. Sie sagte wortwörtlich: drinnen is voll, müsst es draußen versuchen. Ok, also raus auf die rückwärtig gelegene Terrasse. Dort waren zwar Tische frei, wir mussten jedoch warten, bis uns ein Platz zugewiesen wurde. Bekommen haben wir dann einen Tisch, an dem wirklich nur zwei Personen sitzen können und das auch nur, wenn man pro Person nur einen Teller Essen bekommt, mehr Platz war auf dem Tisch nicht 😉 Also haben wir brav bei der (verständlicherweise gestressten Bedienung – sie hatte den gesamten Außenbereich allein zu versorgen) unser Essen bestellt.


Es scheint so, als ob die Sauce bei beiden Gerichten gleich war. Ich war von meiner Pfanne mit den Spätzle leider nicht so begeistert, Mike hat es wohl soweit gut geschmeckt. Relativ schnell nach dem Essen haben wir bezahlt und sind durch die Straßen gewandert. Golling hat (wie so viele andere Städtchen in Österreich) eine eigene Burg, die war noch nicht geschlossen, also haben wir uns noch den Burghof angeschaut, da war aber nix los.
Als wir noch in dem Restaurant saßen, kam eine ganze Horde Schüler durch das Restaurant (wir haben dann gesehen, dass die auch Zimmer vermieten und vermuten, dass es eine Schulklasse auf Klassenreise war) gelaufen. Genau diese Horde haben wir dann eher unglücklicherweise wieder getroffen. Mike hat eine Bar entdeckt, die eine Disco-Kugel in einem Turm hängen hatte. Das sah interessant aus und schon waren wir drinnen. Da wir gern draußen auf der Terrasse sitzen wollten, hat Mike sich umgesehen und wir haben noch einen kleinen freien Tisch ergattert. Die anderen Tische waren von der Schulklasse besetzt. Das waren ca. 30 junge Menschen, die alle ihr Handy in der Hand hatten, ständig „Alter oder Digger“ gesagt haben und sich – obwohl sie sich gegenüber saßen, angeschrien haben. Ich wusste gar nicht, dass diese Wörter auch im Sprachgebrauch von Österreichern sind 😉
Die Schüler tranken Cola oder Spezi, die Betreuer (es waren sechs an der Zahl) haben sich an Aperol Spritz erfreut. Dann hat ein Mädel einen hysterischen Anfall bekommen, weil ihr „Freund“ sich mit einer anderen Schülerin unterhalten hat. Gleich bildete sich eine riesige Traube an Menschen – wohl in der Hoffnung, dass es einen Zweikampf junger Mädels geben würde. Die Betreuer haben dann ein wenig Ruhe reingebracht und schnell war man wieder „befreundet“ und alles war gut. Ich ging dann mal um die „Ecke“ und als ich wieder kam, stand Mike an dem Tisch der Betreuer und fragte nach, ob der Aperol Spritz wohl schmecken würde. Ich nahm wieder an unserem Tisch Platz, Mike kam zurück zum Tisch und ich fragte ihn, was denn in diesem gefühlt 5 Minuten noch passiert wäre. Mike sagte mir, dass einer der Jungen zu einem anderen einen Spruch gebracht hätte, wie „hey, willst Du mir nicht einen blas…“ und schwups durfte Mike sehen, wie der eine sein „Gemächt“ vor allen Leuten aus der Hose holte… Mike ist dann zu den Betreuern und hat die gefragt, was genau denn ihr Job wäre, wenn sie nicht einmal hier einschreiten wollten… die anderen Gäste der Bar, die auch auf der Terrasse gesessen hatten, haben genauso wie wir dann die Getränke genommen und haben sich rein gesetzt. Der Besitzer fragte uns, was los sei und warum wir uns denn bei dem schönen Wetter reinsetzen würden. Mike schilderte den Vorfall kurz und kurzerhand entschied der Bar-Besitzer, dass die Schulklasse als auch die Betreuern gern bezahlen und gehen dürften, so ein Verhalten sei geschäftsschädigend und er müsse an seine Gäste denken. Dann kehrte Ruhe ein, wir genossen sensationelle Musik aus den 80’ern, unterhielten uns hervorragend mit dem Besitzer und bestellten noch ein Bier. Dann passierte etwas, was mir ernsthaft noch nie in meinem Leben passiert ist. Das Bier kam in Krügen mit Henkel, ich umfasste mein Glas, hob es an und wollte mit Mike anstoßen. Dazu kam es fast gar nicht, denn der Boden meines Glases entschied sich spontan einfach abzufallen und logischerweise verabschiedete sich auch das Bier durch die soeben aufgetane Öffnung des Glases. Will heißen, ich hatte einen leeren Bierkrug ohne Boden in der Hand, der Glasboden lag auf dem Fußboden, das Bier verteilte sich freundlichweise auf meinen Füßen und dem Fußboden und ich erstarrte zu einer Salzsäule. Oh mein Gott, war mir das peinlich – auch wenn ich eigentlich nichts falsch gemacht habe. Ich bat dann um einen Wischmop und Wasser, weil ich das sauber machen wollte. Das durfte ich nicht, wir bekamen ein neues Bier und die super nette Bedienung hat mein Bier aufgewischt. Es wurde später und später und gegen 1 Uhr nachts haben wir den Rückweg zum Womo angetreten. Es war wiederum angenehm kühl und der Spaziergang tat uns gut.

Auf dem Parkplatz der Therme angekommen, enterten wir unser Womo und besetzten das Bett 😉


































