18. Mai 2023

Wir sind bei strahlendem Sonnenschein in Griechenland aufgestanden, haben ganz in Ruhe gefrühstückt und sind dann in Richtung albanische Grenze aufgebrochen. Wir waren grundsätzlich nicht weit von der Grenze entfernt, also waren wir guter Dinge, dass die Fahrt nicht so lange dauern würde. Nun ja, es ging in die Berge, die Straßen waren echt sehr kurvenreich und wenn wir eines gelernt haben, dann ist es, dass man bei Verkehrszeichen, die auf Tiere hinweisen, auch immer damit rechnen kann, dass man den Tieren auch begegnet. Seien es Schafe, Ziegen, Kühe oder gar Esel. In einer Kurve überquerte ein relativ großes schwarzes Tier die Straße, ich sagte noch zu Mike „Achtung, Hund“ und das Tier verschwand dann im Dickicht. Mike und ich sahen uns an und sagten dann fast gleichzeitig: „das war kein Hund“. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass es ein Panther oder ein Puma war. Das Tier bewegte sich elegant und setzte seine Tatzen irgendwie anders auf… halt wie ein Raubtier und nicht wie ein Hund. Und für eine Hauskatze war es eindeutig zu groß.

Nun ja, wir fuhren weiter und kamen nach gefühlt hundert Kurven an der Grenze an. Also brav aussteigen, Fahrzeugpapiere und Reisepässe dabei und freundlich lächeln. Wir wissen ja alle, dass das auch nichts bringt, Grenzbeamte haben bestimmt in ihren Arbeitsverträgen stehen, dass sie während der Arbeitszeit immer grimmig zu schauen haben. Auch dieser Beamte hatte diesen Blick drauf und man fühlt sich immer gleich schuldig – ohne dass man was gemacht hat. Der griechische Beamte hat jeden Reisepass von uns mindestens dreimal gescannt und nichts gefunden. Dann schickte er uns zur Zollkontrolle. Als wir uns da anstellen wollten, kam ein Mann in Zivilkleidung raus, fragte uns, ob wir die mit dem Womo sind (da es dort keine Parkplätze gab, standen wir – wie alle anderen auch – auf der Straße). Wir bestätigen, dass es unser Womo ist und er sagte, wir sollten weiterfahren. Also gut, er sagte das mit viel Nachdruck und so gingen wir zu Hupi und fuhren weiter. Dann kamen wir bei der albanischen Grenzkontrolle an, dort haben wir unsere Pässe und Fahrzeugpapiere abgegeben, haben Stempel in unsere Pässe bekommen und durften weiter fahren.

Ich hatte bereits im Vorwege gelesen, dass man sehr vorsichtig und achtsam in Albanien Auto fahren soll und dass man das nur tagsüber tun sollte, da Eselkarren und ähnliches auch nachts unterwegs sind und man die schlecht bis gar nicht sehen kann. Nun ja, wir sind ja tagsüber gefahren und die Eselkarren waren echt nicht unser Problem. Eher die Fahrradfahrer auf den Autobahnen und die dort auf den öffentlichen Bus wartenden Menschen. Nicht zu vergessen, sind komplett fehlende Gullideckel mitten auf der Straße oder nur aufgelegte und somit locker 5 cm hochstehende Gullideckel am Fahrbahnrand. Die Löcher der fehlenden Gullideckel wurden teilweise mit Altreifen zugestopft. Außer uns hat sich dort niemand an Verkehrsregeln oder gar Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten. Oh, die streunenden Straßenhunde, die dann mal auf der Straße liegen oder sie überqueren, wenn man da längs fährt, hab ich ja fast vergessen.

Die Fahrt zu unserem ersten Stop – ein Weingut in den Bergen – war wirklich ein echtes Abenteuer. Dort angekommen wurden wir super freundlich von dem Besitzer begrüßt und haben den absolut besten Platz zum Übernachten bekommen – mitten in den Weinbergen

Alle anderen Camper standen dicht an dicht unter der Terrasse des zu dem Weingut gehörenden Restaurants. Dort stand auch ein Expeditionsfahrzeug mit sehr sehr sauberer Unterbodengruppe – also in Albanien war das Fahrzeug jedenfalls noch nicht im Gelände gewesen.

Wir duschten und gingen in das Restaurant. Erst saßen wir im strahlenden Sonnenschein auf der Terrasse, mussten uns dann aber eingestehen, dass der Wind doch zu kalt ist, also sind wir dann mit unserer Vorspeisenplatte und den Getränken ins Restaurant umgezogen.

Natürlich haben wir dort auch einen Wein aus eigenem Anbau probiert.

Danach gab es noch eine Hauptspeise und gut gesättigt gingen wir zum Womo. Wir freuten uns auf eine ruhige Nacht. Doch davon waren wir bzw. Mike weit entfernt. Wir lagen im Bett und dann ging das Frosch-Konzert los. Mike wachte auf und regte sich über die Frösche auf… ich erwiderte, dass sie wenigstens noch ihr Leben und ihre Beine hätten (auf der Speisekarte des Restaurants gab es Froschschenkel…) ich hab die Geräusche gekonnt ignoriert und schlief ein. Es kamen dann noch andere Geräusche dazu (ich konnte die keinem Tier zuordnen) und als Mike dann irgendwann eingeschlafen war, musste ich um die „Ecke“ und als ich dann die Toilettenspülung betätigte, fing draußen auch noch ein Hund zu bellen… und Mike war wieder wach… Alles in allem war es also eine eher kurze Nacht, aber dennoch ein toller Stellplatz. Wir werden – wenn wir mal wieder in Albanien sein sollten – auf jeden Fall wieder dort einkehren.

Ein Gedanke zu „18. Mai 2023

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