Wir hatten uns am Vorabend schon einen Campingplatz für heute ausgesucht, also sind wir früh aufgestanden und kamen um ca. 10 Uhr am Björkebo Campingplatz in Stöllet an. Der Platz wird von einem deutschen Ehepaar bewirtschaftet, liegt an einem Fluss und von hier aus kann man zwei Wandertouren starten. Wir bekamen einen Premiumplatz mit Blick auf besagten Fluss.


Hupi wurde geparkt und wir haben erstmal in Ruhe gefrühstückt.. dann haben wir die Ruhe genossen, gegen 15.30 h ein Stück super leckeren Kuchen gegessen und Kaffee getrunken. Der Kuchen bzw. die Torten werden hier von den Campingplatz-Chefs selber gebacken.

Wir haben uns dann bei der Chefin nach dem Wanderstrecken erkundigt. Es gibt eine kurze Strecke (ca. 4 km, zu erkennen an den roten Bändern am Wegesrand) und die längere Strecke (ca. 8,4 km, zu erkennen an den blauen und gelben Bändern, die den Weg kennzeichnen – bitte nicht zu verwechseln mit den blaugelben Bändern der Forstwirtschaft, die zeigen lediglich die Bäume, die gefällt werden sollen) also ansich ganz einfach… blaue und gelbe Bänder finden wir bestimmt. Die Chefin hat uns dann noch kurz den Weg erläutert… es geht immer bergauf, dann kommt eine Schutzhütte und hinter der Schutzhütte dann links und dann kommt auch schon der Rückweg…
Wir dieselten uns mit NoBite ein, eins davon ist für die Haut, das andere für die Klamotten… beides riecht nicht wirklich lecker, hilft aber ungemein, die Viecher (Mücken) fernzuhalten. Rucksäcke gesattelt und ab ging es für uns, Mike und Frauke gehen wandern…

Es fing relativ harmlos an, gut, erst ging es schon ein wenig durch Dickicht, dann aber kam ein Weg und die blauen und gelben Bänder haben wir auch gesichtet…

Dann kamen wir auf eine Anhöhe, die Sonne schien und auch die blauen und gelben Bänder waren uns hold…


Soweit alles ok, wir kamen dann an einem Hochmoor an, weicher moosiger Untergrund, bei dem man nicht so unbedingt einschätzen kann, ob bzw. wo man gut und hoffentlich trockenen Fußes hintreten kann…
Alles ok, die blauen und gelben Bänder waren in Sichtweite, also weiter im Parcours… ganz ehrlich, ab hier war es keine Wanderung mehr, sondern ein Trail… Mike war gut drauf und ich hatte das Motto „Aufgeben ist keine Option“ und es ging weiter bergauf, über Stock und Stein bzw. über umgefallene Bäume

Dann kamen wir erneut auf eine Anhöhe und sahen die Schutzhütte, die die Campingplatz-Chefin erwähnt hatte. Wir also auf die Hütte zu und rechts an ihr vorbei und ab in die Wildnis… irgendwann fiel uns auf, dass keine blauen und gelben Bänder mehr zu sehen waren, nun gut, teilweise waren die Bänder vorher auch einfach altersbedingt von den Bäumen und Sträuchern gefallen. Wir stoppten kurz, um uns und unsere Klamotten nochmal mit NoBite zu tränken und kämpften uns weiter durch den nunmehr echt mückenverseuchten Dschungel

Also gingen wir bzw. kletterten wir einfach „geradeaus“ und waren guter Hoffnung, bald wieder blaue und gelbe Bänder zu sehen, die uns den Weg weisen sollten … doch… Pustekuchen, keine Bänder in Sicht und der Untergrund wurde langsam echt uneben bzw. weich, nass, rutschig und so weiter… wir stiegen einfach weiter bergauf und irgendwann kamen wir an einer Straße an… keine blauen oder gelben Bänder zu sehen. Wir hatten ca. 6,3 km hinter uns und dachten uns, wir rufen lieber mal kurz den Campingplatz-Chef an, der hatte uns im Vorwege gesagt hatte, dass wir uns im unwahrscheinlichen Fall, dass wir uns verlaufen würden, bei ihm melden sollten. In dem Telefonat stellte sich heraus (und, wer von Euch hat aufmerksam mitgelesen???) dass wir uns hinter der Schutzhütte links hätten halten müssen, da sind sich alle Bänder vorhanden. Nun gut, kann ja nicht so schwer sein, zurück zur Schutzhütte zu finden, wir also (nach dem dritten Einsatz von NoBite) wieder zurück ins Dickicht… Mike war immer noch guter Dinge, bei mir machte sich aufgrund des eher schwierigen Untergrunds die Angst breit, umzuknicken und sich zu verletzen… umgeknickt war ich bei dieser Wanderung schon mehrfach, doch dank meiner sensationellen Wanderschuhe war alles ok). Nichtsdestotrotz war die Angst mein Wanderpartner und das macht es nicht unbedingt leichter. Nach ca. 500 Metern querfeldein entschieden wir uns jedoch, zurück zur Straße zu gehen und diesen doch sehr einfachen, wenngleich sehr viel längeren Heimweg anzutreten. Ab dieser Straße sollten es noch ca. 9 km bis zum Campingplatz sein. Wir dachten uns, hey, was soll’s, die Sonne scheint, es wird auch hier abends nicht dunkel und so wanderten wir los. Wir unterhielten uns die ganze Zeit und irgendwann kamen wir nach ca. 15,3 km wieder am Stellplatz an. Es war 20 h und ich überlegte kurz, ob ich mir einen Badeanzug anziehe und kurz in den Fluss springe. Doch mein Elan reichte gerade noch für Schuhe und Klamotten aus, duschen, einen Salat machen. Mike hatte zwischenzeitlich den Grill angeworfen, wir aßen gegen 21.45 h, sind dann gegen 0 Uhr ins Bett gekrabbelt und haben komatös geschlafen.

Hallo ihr Lieben! Das klingt ja sehr nach Survival- Abenteuerurlaub 😅 Gut das ihr unbeschadet wieder zurück gefunden habt. Die Natur muss unglaublich dort sein! Die Bilder sprechen für sich! Liebe Grüße, drück euch 😘
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